Semesterthema

 

 

„Aisthesis“ bezeichnet in der Sprache der antiken griechischen Philosophie die „Wahrnehmung“, und zwar in der doppelten Perspektive, sowohl wahrgenommene Erkenntnis als auch sinnlich Wahrgenommenes zu sein. Der Studiengang „AISTHESIS. Historische Kunst- und Literaturdiskurse“ hat sich also schon in seinem Titel selbst programmatisch vorgenommen, mit den Werken der Kunst, der Literatur sowie den Bildmedien nicht aus der Perspektive einer einzigen Disziplin allein umzugehen. Der Studiengang schlägt eine Brücke zwischen den kunsthistorischen Fächern, den Literaturwissenschaften, den Medienwissenschaften, den Kulturwissenschaften und der Philosophie.
 
Konzeptueller Ausgangspunkt ist hierfür die in der jüngeren Forschung gemachte Beobachtung, dass sich gerade zwischen bildender Kunst und Literatur eine reichhaltige Schnittmenge herstellt, die im philosophischen Begriff der „Wahrnehmung“, speziell der sinnlichen, zugespitzt werden kann: So rekurriert einerseits zumal die literarische Sprache auf Bilder, Metaphern, Allegorien, um im Akt des Lesens, Schreibens oder Sprechens das ästhetische Spiel der Einbildungskraft zwischen Sinnlichkeit und Verstand zu spielen. Andererseits werden auch Bilder gelesen, also nicht nur anschaulich, sondern auch diskursiv erkannt, ob es sich nun um Werke der bildenden Kunst, der Photographie oder die bewegten Bilder der Filmkunst handelt, die wissenschaftlich bearbeitet werden.
 
Der Studiengang „AISTHESIS. Historische Kunst- und Literaturdiskurse“ trägt diesem Umstand methodologisch dadurch Rechnung, dass das wissenschaftliche Sprechen über Kunst, Literatur oder Medien bewußt als Diskurs betrachtet wird, der die Möglichkeit seiner Historisierung immer schon in sich trägt. Es werden also konkret nicht ausschließlich sachbezogene Forschungen am Gegenstand angestellt, sondern schwerpunktmäßig auch die vielfältigen wissenschaftlichen Zeugnisse analysiert, welche den historischen Diskurs über Kunst, Kunstwerke und literarische wie philosophische Texte in der fernen und jüngeren Geschichte gebildet haben.
 
Die Studierenden lernen, Werke der bildenden Kunst ebenso wie literarische in ihrem historischen Kontext zu verstehen und Interpretationen so lebendig wie anschaulich zu vermitteln. Innerhalb dieser Diskursperspektive werden die Studierenden – auch und gerade durch intensives persönliches Mentoring – gründlich in ihrem Fach ausgebildet. Darüber hinaus werden sie zum interdisziplinären Dialog mit den anderen Fächern, die am Studiengang beteiligt sind, qualifiziert. Schließlich werden sie in ein gut funktionierendes, internationales Netzwerk eingeführt.
In einem zweisemestrigen Methodenmodul werden allen Studierenden Kernkompetenzen in den grundlegenden Kunst- und Literaturdiskursen sowie Text- und Bilddiskursen von der klassischen Kunsttheorie bis zur Literaturtheorie und Ästhetik vermittelt. Darüber hinaus wird jeder Teilnehmer des Studiengangs vertieft in die Methoden des Faches eingeführt, in dem er dann schließlich die Masterarbeit schreibt. Der Studiengang qualifiziert also sowohl für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Erforschung der Bildkultur als auch für die Forschung in einem der kunsthistorischen Fächer (Kunstgeschichte, Klassische Archäologie), in den Literaturwissenschaften (Romanistik, Slavistik, Anglistik, Germanistik, Komparatistik), den neuen Disziplinen zur Bild- und Medienwissenschaft (Foto, Film, Theater sowie Mediengeschichte) oder in Philosophie (besonders mit den Schwerpunkten Ästhetik, Sprachphilosophie und Medienphilosophie).
 
Dabei werden sowohl die Kunst als auch die Literatur nicht nur in denjenigen ihrer Ausprägungen fokussiert, die als jeweilige Hochkultur kanonisiert wurden. Es interessieren etwa auch Bilder in ihrem Status als Reproduktionen der Medien sowie Texte, die neben ihrem ästhetischen Wert die Frage nach Sprache, Sinn und Struktur und damit ihrer eigenen Verfaßtheit grundlegend selbst thematisieren. Hier liegt die Schnittstelle zur Philosophie. Jahrzehnte nach dem philosophischen linguistic turn wird nun also nicht nur der vor einiger Zeit ausgerufene iconic turn vollzogen; Kunst- und Bildwissenschaften, die Literaturwissenschaften sowie die Philosophie treten, jeweils in erneuerter Gestalt, in einen offenen Dialog wie methodologisch reflektierten Dialog über die historischen wie prinzipiellen Bedingungen ihrer Wahrnehmungen.

 

 

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Veranstaltungskalender  des Wintersemesters 2011/12 




Wintersemester 2011/12:
Vorläufiges kommentiertes Vorlesungsverzeichnis (PDF 121 kB).
Die Lehrveranstaltungen im   Überblick (PDF 15 kB)
Zum Online-Vorlesungs- verzeichnis KU-Campus

Achtung: Änderungen ent- nehmen Sie dem Online-Vorlesungsverzeichnis und dem Veranstaltungskalender, die regelmäßig aktualisiert werden.
29.08.11



Sonstige Veranstaltungen im WS 2011/12 [mehr]



Vorbesprechung "Nude Visions":

30.11., 18.00 - 20.00 c.t., LMU Zentnerstr. 31, Raum 004



Termine für das Tutorium
LMU Ludwigstr. 25, Raum 106
09.11.2011, 10-18 Uhr
07.12.2011, 10-18 Uhr
25.01.2012, 10-18 Uhr, verschoben auf 28.01. Ort und Zeit unverändert.



Termine für die Klausuren

12Uhr, ZI, Raum 242
14.11.2011, Kunsttheorie
12.12.2012, Kunstkritik
30.01.2012, Kunsthistorik
 



Die Broschüre mit ausführ- lichen Informationen über den Studiengang  steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung
Broschuere (PDF 450kB)


 

Elitenetzwerk Bayern

Bayrische Akademie der WissenschaftUniversität AugsburgLudwig-Maximilian Universität MünchenBayrische Akademie der WissenschaftMünchener StadtmuseumUniversität RegensburgZentralinstitut für Kunstgeschichte München

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© 2009 KU Eichstätt, Impressum. Letzte Aktualisierung: 30.11.2011